Wertschöpfungsanalysen

Unser Forschungsfeld "Wertschöpfungsanalysen" beschäftigt sich mit der Quantifizierung der volkswirtschaftlichen Bedeutung von Unternehmen, Organisationen und Branchen auf internationaler und nationaler Ebene. Ziel ist es hierbei, den Beitrag dieser Akteure zu den volkswirtschaftlichen Größen Wachstum, Beschäftigung und Außenhandel belastbar zu bemessen. Diese Perspektiven erweitern wir im Rahmen unserer Berechnungen um ökologische und soziale Dimensionen (Makroökonomisches Nachhaltigkeitsmonitoring). So ist es möglich auf Basis amtlicher Daten auch Benchmarks von Unternehmen und Organisationen mit ganzen Branchen zu vergleichen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt in der Analyse der volkswirtschaftlichen Bedeutung von Forschung und Entwicklung. Diese und weitere Fragestellungen sind zentrale Bestandteile der wissenschaftlichen Arbeit des Forschungsfeldes, das sich thematisch in die vier nachfolgenden Segmente aufteilen lässt.

Ökonomischer Fußabdruck

Projekte/Projektpartner (Auswahl):
  • Novartis - Globaler Fußabdruck
  • Südzucker - Die ökonomische Bedeutung des Zuckersegments der Südzucker-Gruppe in Deutschland und Europa
  • ARD - Die volkswirtschaftliche Bedeutung der ARD - Ökonomischer Fußabdruck der ARD in Deutschland
  • EFPIA - The Economic Footprint of Selected Pharmaceutical Companies in Europe
  • IFPMA - The Economic Footprint of the Pharmaceutical Industry
  • BDI - Der ökonomische Fußabdruck ausgewählter Unternehmen der industriellen Gesundheitswirtschaft für den deutschen Wirtschaftsstandort

Im wachsenden weltweiten Wettbewerb und wegen der Bedrohung des internationalen Handels wird es für Unternehmen immer wichtiger, ihren Beitrag für den Wohlstand einer Volkswirtschaft objektiv darzustellen. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie Umsatz oder Beschäftigte sind dafür jedoch weniger geeignet. Es bedarf vielmehr einer makroökonomischen Betrachtung.

Daher setzt der ökonomische Fußabdruck auf unternehmensspezifischen Daten auf und transformiert diese in volkswirtschaftliche Indikatoren. Dazu verwenden wir wissenschaftlich fundierte Methoden, die maßgeblich auf den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen basieren. Durch Modellierung eines unternehmensspezifischen Satellitenkontos und einer anschließenden Input-Output-Analyse werden neben direkten ökonomischen Effekten auch Verflechtungen von Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette in Form von indirekten und induzierten ökonomischen Effekten, sogenannten Ausstrahleffekten, quantifiziert. Die Aussagekraft und Vergleichbarkeit des Ökonomischen Fußabdrucks wird durch die Analogie des WifOR-Modells zur Berechnung des Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die ausschließliche Nutzung amtlicher Daten und Statistiken gewährleistet. Mit der Berechnung des ökonomischen Fußabdrucks von Unternehmen und Branchen auf nationaler und internationaler Ebene liefert WifOR neue Fakten für eine fundierte, ganzheitliche Kommunikation und den intensiven Austausch mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

R&D Footprint

Projekte/Projektpartner (Auswahl):
  • Dissertation - Does intramural R&D of business enterprises drive economic growth?
  • IFPMA - The R&D Activities of the Global Pharmaceutical Industry
  • Wissenschaftliche Begleitung von Novartis „Quantifying economic, environmental and social impacts“

Bis zur Implementierung der Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG 2010) im Jahr 2014 wurden Aufwendungen der Forschung und Entwicklung (FuE) wie ein purer Kostenfaktor bewertet. Diese Art der Bewertung von FuE wurde von der UN als unzureichend eingestuft. Die FuE-Aktivitäten sollten von nun an als ein eigenständiger Produktionsprozess zur Herstellung von geistigem Kapital anerkannt werden. Unsere Forschung setzt darauf auf. Sie beschreibt eine Methode, welche die internen FuE-Aufwendungen eines Unternehmens gemäß den amtlichen Vorgaben in makroökonomische Kategorien überführt. Auf Basis dieser Berechnung wird ein unternehmensspezifisches FuE-Satellitenkonto modelliert. Durch eine Input-Output-Analyse werden zudem die ökonomischen Ausstrahleffekte ausgehend aus dem Nachfrageimpuls der FuE-Produktion bemessen. Dabei entsteht ein ganzheitliches Bild über die makroökonomische Verflechtung der FuE-Produktion innerhalb einer Volkswirtschaft.

Folglich liegt der Fokus nicht mehr auf den Kosten, sondern auf dem ökonomischen Wert für die Volkswirtschaft. Die Ergebnisse einer solchen Analyse können als Indikator für die Güte von Forschungsaktivität genutzt werden. Dies hat Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen und begünstigt den datenbasierten Dialog mit Stakeholdern.

Nachhaltigkeitsmonitoring

Projekte/Projektpartner (Auswahl):
  • Nachhaltigkeitsreporting (Roche, Pfizer, Südzucker)
  • Dissertationen zur Weiterentwicklung dieses innovativen Forschungsbereichs

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das zunehmend das Handeln von Industrie und Politik bestimmt. Mit dem „Nachhaltigkeitsmonitoring“ wird eine neue, innovative Datenbasis generiert. Sie basiert auf amtlichen Daten (u.a. VGR, UGR) und bietet damit eine Vergleichbarkeit auf unterschiedlichsten Aggregationsstufen. Beispielsweise können durch unsere wissenschaftlich fundierte Methodik Vergleiche zwischen Unternehmen, Organisationen und Branchen sowie die von gesamten Volkswirtschaften (regional oder national) herangezogen werden. Unsere Nachhaltigkeitsanalysen decken somit evidenzbasierte Fakten über die tatsächlichen Nachhaltigkeitsbeiträge auf und machen diese vergleichbar. Hierdurch wird einerseits ein innovatives internes Monitoring-Tool geschaffen, andererseits ermöglichen es die Ergebnisse mit der Politik und anderen Stakeholdern in den Dialog zu treten.

Alleinstellungsmerkmale der WifOR-Nachhaltigkeitsanalysen sind:

  • Die Operationalisierung des Begriffs Nachhaltigkeit durch klar definierte Kennzahlen und Indikatoren.
  • Anwendung einer wissenschaftlich fundierten, quantifizierbaren Methode.
  • Ausschließliche Nutzung amtlicher Statistiken.
  • Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen und/oder Organisationen mit makroökonomischen Aggregaten, wie Branchen auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene.

Makroökonomische Analysen

Projekte/Projektpartner (Auswahl):
  • Microsoft (Cloud Computing und Szenarien-Analysen)

Unsere makroökonomischen Analysen befassen sich mit ökonometrischen Schätzungen, Wachstums- und Marktprognosen sowie Clusteranalysen. Hierbei richtet sich unser Fokus auf die Auswirkung gezielter Parameter, wie beispielsweise auf institutionelle Rahmenbedingungen und sonstige qualitative Einflussgrößen, auf abhängige Kenngrößen wie die Bruttowertschöpfung oder die Arbeitskosten gezielter Wirtschaftsbereiche. Neben Parameterschätzungen werden Wachstums- und Marktprognosen unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche sowie perspektivisch auch die Wachstumsprognose des deutschen Bruttoinlandprodukts geschätzt.

Einen besonderen Mehrwert liefert dabei die Berechnung der Querschnittsbranchen aus Aufkommens- und Verwendungstabellen, die Quantifizierung von qualitativen Einflussgrößen sowie die auf Normen und Verhaltensmustern gerichteten Clusteranalysen.